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Brandschutz Made In Germany

So arbeiten Entwicklung und Produktion bei Hilti zusammen

Brandschutz Forschungslabor mit Person im Schutzanzug

September 2019   I   3 Minuten

 

Unsere Gebäude werden immer moderner und sicherer. Trotzdem gibt es eine Urangst, die die Menschen bis heute begleitet: die Angst vor Feuer.  

Gerade nach grossen Brandkatastrophen ist das Thema Brandschutz in aller Munde. Immer höhere Anforderungen werden gestellt, um Bauwerke und Menschenleben noch besser zu schützen. Am wichtigsten ist dabei nicht unbedingt die Brandfestigkeit, sondern vor allem das Aufhalten der gefährlichen Rauchschwaden, die für die meisten Todesopfer sorgen.

Am Standort Kaufering sitzen die Brandschutzexperten der Firma Hilti. In enger Zusammenarbeit mit der Produktion lassen sich die Entwickler immer wieder neue Lösungen einfallen, die sich zulassungssicher einsetzen lassen. Andere rechtliche Vorgaben, neue Baumaterialien und Kundenanforderungen sorgen immer wieder für neue Innovationen. Manchmal wird dabei sogar eine Schweizer Schokolade in Dreiecksform zur Inspirationsquelle.

 

Immer nah am Kunden

«Leben retten, Vermögenswerte schützen, Gebäudeleistung verbessern»: Diesen Leitspruch hat sich die Abteilung Brandschutz selbst gegeben. Um diese Ziele täglich zu erreichen, spielen viele Faktoren eine Rolle. «Wir müssen die Anforderungen und Probleme der Kunden kennen und auch die Anwendung ganz genau verstehen», erklärt Teamleiter Roland Weixler aus der Entwicklung. Und auch die rechtlichen Vorschriften müssen im Chemielabor berücksichtigt werden. Die Herausforderung hier: Sie sind von Land zu Land unterschiedlich.

Dadurch entsteht ein grösserer Aufwand bei Zulassungen und Testreihen, die dementsprechend auf jedes Land abgestimmt werden müssen. Am wichtigsten sind dabei natürlich die Brandtests, die sowohl am Standort Kaufering als auch bei externen Prüflaboren durchgeführt werden. Aber nicht nur die Neuprodukte werden getestet. Auch bestehende Brandschutzlösungen können ein Update bekommen und müssen dann wieder neu zugelassen werden. «Beton reagiert anders auf Feuer als Holz. Deswegen muss jedes Brandschutzprodukt entsprechend angepasst werden», so Weixler.

Schweizer Schokoladenform inspiriert

Aktuell gehe der Trend in Richtung vorgeformte Brandschutzprodukte wie Brandschutzsteine. «Das Problem beim traditionellen Schaum ist nämlich, dass er heruntertropfen kann und nicht so einfach in der Anwendung ist», sagt Christoph Aubauer, Produktmanager für Brandschutzprodukte bei Hilti. Die Kollegen standen Ende 2017 an einem Freitagnachmittag zusammen und waren sich einig: Man müsste da mal etwas machen. Und aus diesem Gedanken heraus entstand das Projekt.

 

Anwendung Brandschutzprodukt CFS-HFF mit Vergrösserungslupe

Hilti gab ihnen die Möglichkeit zur Umsetzung. Auch heute noch haben Mitarbeiter neben der normalen Arbeit noch Zeit für eigene Ideen, um kreativ arbeiten zu können. Motiviert durch eine konkrete Kundenanfrage wurde auch bis nach Feierabend gebastelt. So konnte das fertige Produkt in Rekordzeit geliefert werden, wobei die namensgebende Ausgangsform am Ende dann doch nicht beibehalten wurde.

 

alles unter einem dach

Produktionslinie von Brandschutzsteinen auf Fliessband
Screens Schematische Darstellungen in Produktionshalle

Dabei sorgte aber ein entscheidender Vorteil für mehr Schnelligkeit: Entwicklung und Produktion arbeiten Tür an Tür. Das sieht auch Stefan Schlenk so, der als Gruppenleiter Engineering bei Hilti arbeitet. Die Produktentwickler haben einen direkten Draht zum Werk und können so auch viel schneller Prototypen zum Ausprobieren bekommen. Während in der einen Hälfte der Halle fleissig produziert wird, werden in der anderen Hallenhälfte neue Produktionslinien aufgebaut – ebenfalls in Zusammenarbeit mit der Entwicklung.

Wie in anderen Werken sind die Produktionslinien nach Wertströmen organisiert. Das bedeutet, dass sich immer ein Team an Mitarbeitenden an einer Linie um ein bestimmtes Produkt kümmert – vom Anmischen über die Weiterverarbeitung bis hin zur Verpackung. «Das kann man sich wie eine Fussballmannschaft vorstellen», erklärt Schlenk. Und obwohl viele Arbeitsschritte schon voll automatisiert ablaufen, geht es natürlich nicht ohne qualifizierte Arbeitskräfte, die die Herstellung überwachen.

Einzigartige Produktion

Tatsächlich macht die Chemie selbst laut Schlenk nur einen kleinen Teil aus. Gerade bei Brandschutzdichtmassen und Schäumen ist die ausgeklügelte Verpackung besonders wichtig, damit die Anwendung sicher funktioniert. Und trotzdem braucht es für diese Produkte geschulte Anwender auf der Baustelle.

Das kann man sich wie Kuchenbackformen vorstellen

Einfacher im Einsatz sind die vorgeformten Produkte. Dafür wird beispielsweise für Brandschutzsteine die Schaummasse in kleine Formen gespritzt, damit sie beim Ausschäumen das richtige Format behalten. Schlenk: «Das kann man sich wie Kuchenbackformen vorstellen.» Eine nach der anderen wird befüllt und fährt danach in den Kühltunnel zum Aushärten.

Brandschutzschaum CFS-F FX weltweit

Möglich ist aber auch eine sogenannte Endlosproduktion, bei der die Masse in Folie gespritzt wird. Nach dem Ausschäumen kann die «endlose» Schlange dann zurechtgeschnitten und verpackt werden. «Die Verbindung von Brandschutzmasse und Folie im Herstellungsprozess bei Hilti ist einzigartig auf dem Markt», erklärt Schlenk. Durch die Folie ist der Schaum nicht nur besser geschützt, sondern auch die Anwendung wird leichter. Und fallen dann auch noch alle Endkontrollen und Tests positiv aus, gehen die Produkte von Bayern aus in die ganze Welt, um für mehr Sicherheit in Gebäuden zu sorgen.

 

 

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